Oliver Gehrmann kann sich schlecht auf eine Aufgabe konzentrieren, sagt er. Seine Lösung: Er streamt seine Arbeit live, denn dann kann er nicht nebenbei Videos schauen. Daraus wurde, zusammen mit seinem Webdesign-Team, ein YouTube-Kanal, über den nach seinen Angaben seit Jahren Anfragen kommen, ohne Kaltakquise. Im Workshop zeigt er, wie das aussieht und was sich übertragen lässt.
Worum es geht
- Der Hook: Die ersten 30 Sekunden bis eine Minute müssen den Zuschauer abholen und das Versprechen von Titel und Thumbnail einlösen. Sein Gegenbeispiel war ein Lebenslauf im Schnelldurchlauf.
- Die Zahlen: Nach seinen Angaben hat der Kanal rund 11.500 Abonnenten nach etwa vier Jahren, in guten Monaten kommen etwa zehn Anfragen. Wer über ein Video kommt, hat sich schon von seiner Kompetenz überzeugt und fragt kaum nach dem Preis.
- Die vier Videoarten, die bei ihm funktionieren: Fehlerbehebungen (viele Aufrufe über die Google-Suche, kaum Abonnenten), Vergleiche (zeitlos, ziehen mehr Abonnenten), Tool-Reviews und ausführliche Tutorials. Sein beliebtestes Video ist eine Einführung in macOS, kein Verkaufsvideo.
- Arbeit sichtbar machen: Livestream-Highlights als Clips auf YouTube stellen. Alles aus dem Arbeitsalltag kann Content sein, auch alte Videos neu aufgenommen.
- Reihenfolge: erst Titel und Thumbnail, dann Skript, dann Aufnahme. Füllmaterial raus, ständig Mehrwert.
- Kommentare beantworten, auch die neuen Antworten auf alte, und eine Community aufbauen. Videos müssen nicht perfekt sein, authentisch reicht.
- Mehrere Call-to-Actions im Video, um E-Mail-Adressen zu sammeln.
Aus der Fragerunde
Bezahlte Promotions auf YouTube kosteten ihn bei manchen Videos etwa 50 Cent pro Abonnent, ein falsches Targeting brachte aber unpassende Zuschauer. Der wichtigste Rat zum Einstieg: die Angst verlieren und anfangen. Das Schneiden würde er abgeben.
Für wen
Für Freelancer, die ihre Expertise über Videos zeigen wollen.