Natalia Nestrowicz
Talent Acquisition Specialist bei virtual7
Vergangene Vorträge
Freiberufliche IT Projekte im Public Sector
Mittwoch, 15. Mai 2024, 10:00 Uhr
Direkt bei einer Behörde anklopfen funktioniert für Freelancer nicht: Aufträge im öffentlichen Sektor laufen laut Natalia Nestrowicz und Simone Harter nur über Rahmenvertragspartner. Beide arbeiten fest angestellt bei virtual7, einem IT-Dienstleister, der genau das macht. Im Mai 2024 erklären sie auf der Freelance Unlocked 2024, wie Ausschreibung, Auswahl und Vertrag aus ihrer Sicht ablaufen. Marktaussagen gelten für den Stand von Mai 2024.
**Worum es geht**
- Wer was vergibt: Bund und Länder schreiben nach Harters Angaben oft über vier Jahre aus, Kommunen eher kleine, kürzere Projekte. Wer einen Zuschlag hat, sei meist in Vollzeit und lange im Projekt.
- Was gefragt ist: Java-Entwicklung (Spring Boot, React, Angular), Datenbanken mit starkem Oracle-Anteil und DevOps. Dort schätzt sie den Zuwachs an Anfragen auf 100 bis 200 Prozent. Rund 80 Prozent der gesuchten Profile seien senior.
- Besonderheiten: Die Sicherheitsüberprüfung startet erst nach der Zusage und läuft parallel zum Einsatz. Gesicherte Kunden-Hardware darf Deutschland nicht verlassen, Deutsch und ein Wohnsitz in Deutschland sind meist Voraussetzung. Vor-Ort-Anteile liegen laut den Sprecherinnen bei 0 bis 20 Prozent.
- Ablauf: Kennenlernen, Projektanbahnungsvereinbarung, Lebenslauf anpassen, Kundeninterview, Bestellung. Von der Zusage bis zur Unterschrift vergehen nach ihrer Aussage zwei bis drei Tage. Abgerechnet wird, wo möglich, per Gutschrift, beide Seiten können laut ihnen innerhalb von 14 Tagen kündigen.
- Lebenslauf: Technologien mit Erfahrungsjahren auf den ersten Blick, in jedem Projekt genannt, dazu ausführliche Projektbeschreibungen mit Dauer und Branche. Erfahrung mit Barrierefreiheit, Compliance oder ISO-Vorgaben lohnt sich zu erwähnen.
**Aus der Fragerunde**
Zu Sätzen nennen sie keine Zahl: Sie hängen von Kunde und Tätigkeit ab, die Behörden hätten verstanden, dass die Sätze steigen müssen. Arbeitnehmerüberlassung dürfen sie anbieten, nutzen sie bisher kaum, weil die Projekte abgegrenzt sind. Direkt mit einer Behörde zu arbeiten, nennen sie für Freelancer ein "Ding der Unmöglichkeit".
**Für wen**
Für IT-Freelancer, die prüfen wollen, ob und wie sie Projekte im öffentlichen Sektor übernehmen können.