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Vortrag

Kann KI Kreativität? Mensch x Maschine zwischen Verantwortung, Originalität, Authentizität

  • Aufgezeichnet auf der FUN26
  • 29:52
  • Deutsch
FUN / Vortrag
FUN26 Victoria Ringleb +1
FUN26 Dorothea Winter +1

Gute Gespräche gehen vor Ort weiter.

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Zum Einstieg sollte das Publikum möglichst viele Verwendungen für einen Backstein nennen, ein Test, mit dem die Psychologie Kreativität misst. Generative KI kann das auch. Die Philosophin Dorothea Winter nahm das zum Anlass für die Frage, was Kreativität überhaupt ist und was passiert, wenn wir sie auslagern. Danach diskutierte Victoria Ringleb mit ihr und dem Saal über Verantwortung, Originalität und Authentizität.

Worum es geht

  • Drei Stufen nach Margaret Boden: kombinatorische Kreativität (Bekanntes neu zusammensetzen), explorative (ein System bis an die Grenzen ausloten) und transformationale (die Regeln verändern). Die Stufen machen laut Winters groben Schätzungen etwa 60 bis 80, 20 bis 35 und 1 bis 5 Prozent der kreativen Leistungen aus.
  • Eine Studie, die sie nennt: Wer weniger kreativ schrieb, wurde mit KI besser, aber die Texte ähnelten sich danach stärker. Bei Hochkreativen änderte KI kaum etwas. Ihre These: KI homogenisiert das kreative Mittelfeld, und die Differenzierung geht verloren.
  • Zweite These: Wer Stufe eins und zwei dauerhaft abgibt, verliert langfristig auch Stufe drei. Sie verweist auf eine Studie aus der Medizin, nach der Ärztinnen ohne KI schlechter diagnostizierten, nachdem sie drei Monate damit gearbeitet hatten.
  • Ringleb hält Homogenisierung grundsätzlich für ungesund, in der Kreativität so wie bei Monokulturen oder Monopolen. Kunst lebe davon, dass man sich an ihr reibt, und KI liefere ihrer Meinung nach vor allem Kitsch.

Aus der Fragerunde

Im Saal teilten viele die Sorge vor einem visuellen Einheitsbrei; ein Einwand lautete, auch Prompten sei kreative Arbeit. Winters Vorschlag: ergebnisoffen arbeiten und sich zwei- bis dreimal pro Woche fragen, ob KI gerade mein Können stärkt oder nur bequem ist. Und worauf dürfen wir hoffen? Aktiv bleiben, statt KI wie eine Naturgewalt hinzunehmen.

Für wen

Für Freelancer in kreativen Berufen, die ihre eigene Handschrift behalten wollen.