Wann sollte man als Freelancer eine GmbH gründen?
May 15, 2024 10:00
Bei 150.000 € Jahresgewinn und 60.000 € Lebenshaltungskosten spart eine GmbH nach der Rechnung von Alexander Keck rund 10.000 € Steuern im Jahr, nach 25 Jahren und 7 Prozent Rendite etwa 600.000 € mehr Vermögen. Keck, Geschäftsführer einer eigenen GmbH, erklärt im Mai 2024 auf der Freelance Unlocked 2024, wann das für Freelancer aufgeht. Alle Zahlen sind seine Angaben, Stand Mai 2024, Regeln und Sätze können sich seitdem geändert haben.
**Worum es geht**
- Steuern spart man seiner Ansicht nach nicht mit gesammelten Belegen oder der Erklärung im Nachhinein, sondern mit Entscheidungen für die Zukunft. Der größte Hebel sei die Rechtsform.
- Das Prinzip: Die GmbH ist eine eigene Person mit eigenem Steuersatz, den er mit rund 30 Prozent beziffert. Was du zum Leben brauchst, zahlst du dir als Gehalt aus. Was darüber liegt, bleibt in der GmbH, statt privat mit bis zu 42 Prozent besteuert zu werden.
- Weitere Hebel in seinen Beispielen: ein Darlehen der GmbH für private Investitionen, 1,5 statt 26,5 Prozent Steuer auf Aktiengewinne und eine Pensionszusage der GmbH. Gewinne an dich auszuschütten, will er vermeiden, weil dann zusätzlich 25 Prozent anfallen.
- Grenzen: Es lohnt sich erst, wenn du mehr verdienst, als du ausgibst. Für Buchhaltung und Beratung plant er 1.000 bis 1.500 € je 100.000 € Einkommen ein. Eine GmbH schütze nicht vor echter Scheinselbstständigkeit. Wer keine 12.500 € einzahlen kann, startet seiner Aussage nach mit einer UG.
- Umwandlung: Das Einzelunternehmen einfach schließen und mit der GmbH weitermachen sei riskant, das Finanzamt könne es als Entnahme mit dem 13,75-fachen Jahresgewinn bewerten.
**Aus der Fragerunde**
Das Geld wieder herausholen: über Pensionszusage oder den Verkauf privater Immobilien an die GmbH. Haftung: Vermögen in der GmbH liege auf der falschen Seite der Brandmauer, mit Angestellten oder Risiken rät er zur Holding.
**Für wen**
Für Freelancer mit Überschuss, die die Rechtsformfrage verstehen wollen, bevor sie mit einer Steuerberatung sprechen. Das ist keine Steuer- oder Rechtsberatung.