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Im Tempo der KI: Warum Schnelligkeit Perfektion schlägt

  • Recorded at FUN26
  • 40:16
  • German
FUN / Talk
FUN26 Ralph Günther

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Ralph Günther wollte für exali eine perfekte KI-Strategie bis 2030. Workshops mit den Teamleitern, sechs, sieben Initiativen auf einem Zeitstrahl, Vorstellung vor dem Aufsichtsrat. Die ersten beiden Projekte, die daraus entstanden, wurden von niemandem genutzt. Aus einem dritten, ungeplanten wurde ein E-Mail-Agent, der für die Firma einen echten Sprung gebracht hat. Daraus zieht er einen Schluss: Wer zu lange plant, verliert.

Worum es geht

  • Warum gute Ideen liegen bleiben: Perfektionismus (er zitiert Sascha Lobos „Spaltmaß-Nation“), das Bedürfnis nach Kontrolle und die Angst vor Fehlern.
  • Was er aus seiner Strategie mitnimmt: Das Bild, wohin die Reise geht, war gut investierte Zeit. Der detaillierte Plan, wie man dorthin kommt, war vergeudet. Strategie heute heißt für ihn: das Warum klären, das Wie testen.
  • Tanker oder Schnellboot: Mit einem MVP geht man nach einem Drittel der Zeit raus, holt Feedback und iteriert. Mit KI dauert eine Iteration Wochen oder Tage statt Monate.
  • Eine Fehlerkultur: Scheitern ist produktiv, nur wird in Pitches und Aufsichtsräten meist der Track Record gefragt, nicht die Lernkurve.
  • Was das für Freelancer heißt: Gerade wenn die Auftragsbücher voll sind, ist der richtige Moment auszuprobieren. Seine Frage am Ende: Perfektionierst du noch oder testest du schon?

Aus der Diskussion

Ist das nicht ein Luxus für Menschen mit Spielraum? Er hält dagegen: Wer sich bei so viel Veränderungsdruck nicht bewegt, hat das größere Risiko. Dort, wo es auf Genauigkeit ankommt (Steuern, Versicherungsunterlagen), gilt das Prinzip nur mit Augenmaß. Sein Finanzchef probiert im Kleinen „unter der Motorhaube“ aus, mit Vertrauen als Voraussetzung.

Für wen

Für Freelancer, die Ideen lange feilen, bevor sie damit rausgehen.