Deutschland sei das Land der Angestellten, sagt Thomas Maas. Mit unter 10 Prozent Selbstständigen liegt es in seinem Vergleich europaweit auf dem vorletzten Platz, die Niederlande kommen auf über 16 Prozent, Portugal auf 14, Kanada auf über 13. In seinem 15-minütigen Impulsvortrag am 14. Mai 2025 fragt er, ob die Arbeitswelt von morgen schon da ist, und beschreibt, was dem Freelancing in Deutschland im Weg steht. Es ist seine Sicht von 2025, politische Lage und Zahlen können sich seitdem geändert haben.
Worum es geht
- Warum Freelancing eine Alternative ist: Als Arbeit, die sich dem Menschen anpasst. Laut dem Freelancer-Kompass seiner Plattform sind 81 Prozent der Freelancer mit ihrer Rolle zufrieden (im Vorjahr 89), 86 Prozent würden sich wieder selbstständig machen. Der durchschnittliche Stundensatz lag 2025 bei 104 €, höher als zuvor, obwohl der Markt schwach ist. Gründe für den Schritt: Entscheidungsfreiheit, freie Zeiteinteilung, ortsunabhängiges Arbeiten.
- Der Markt: Der Projektindex ist zwischen dem Höchststand 2022 und Januar 2025 um 30 Prozent gesunken, nach Ukraine-Krieg, Zöllen und Handelsstreit. Eine Prognose wagt er nicht.
- Die Nachteile aus Sicht der Befragten: Die Hälfte sieht strukturelle Nachteile gegenüber Angestellten, vor allem rechtliche Unsicherheit durch die Scheinselbstständigkeit, Ausfallzeiten ohne Bezahlung und Bürokratie.
Seine Forderungen
- Reform der Statusfeststellung mit klaren Positivkriterien, damit Unternehmen wieder rechtssicher mit Freelancern arbeiten.
- Weniger Bürokratie, etwa ein digitales Portal für Behördengänge nach niederländischem Vorbild. Die im Koalitionsvertrag genannte Genehmigungsfiktion will er beobachten.
- Anerkennung von Selbstständigen als Säule der Wirtschaft, statt sie als schutzbedürftig zu stempeln.
Die Inhalte des Koalitionsvertrags nennt er einen Anfang, aber noch lange nicht genug.
Für wen
Für Freelancer, die die Lage der Selbstständigen in Deutschland mit Zahlen sehen wollen.