Panel: Wie Sideprojekte das Freelancing wirklich frei machen können
Mittwoch, 15. Mai 2024, 10:00 Uhr
Cihan Kileci
Geschäftsführer & Design Lead bei Ember Design
Ein Nebenprojekt als Grundeinkommen, das die Wahl von Aufträgen freier macht: Davon berichten im Mai 2024 auf der Freelance Unlocked 2024 Yannick Krohn, der aus Frust über Verwaltungsaufwand ein Tool für Freelancer baute, Cihan Kileci, der sieben Jahre Freelancer war und heute Agenturen führt, und Sebastian Bluschke, Musiker, Lehrer und YouTuber. Maggie Herker war ebenfalls angekündigt und fehlte krankheitsbedingt.
**Worum es geht**
- Wie es anfing: Krohn gründete sein Projekt, weil Buchhaltung und Zeiterfassung ihn nervten, und finanzierte es aus eigener Tasche. Bluschke gab in der Corona-Zeit statt Konzerten Gitarrenunterricht und startete dafür einen YouTube-Kanal und einen Podcast.
- Der Effekt auf Aufträge: Mit einem festen Einkommen aus dem Projekt konnte Krohn Anfragen ablehnen und "Rosinen rauspicken". Auch seine Preisverhandlungen liefen anders, weil er die Miete nicht mehr vom Projekt abhängig machte. Kileci setzt auf Software-Projekte mit einer anderen Kundengruppe, als zweiten Einkommensstrom.
- Wie man ein Projekt findet: Alle drei raten, bei der eigenen Begeisterung anzufangen, nicht beim Geschäftsmodell. Geld könne später kommen oder gar nicht.
- Lernen und Netzwerk: Ein Nebenprojekt ist nach Kilecis Ansicht ein geschützter Raum für Fehler. Krohn gewann über seinen Podcast Kontakte und Aufträge. Bluschke sagt, die volle Autonomie auf seinem YouTube-Kanal mache ihn in der Band gelassener. In Teamentscheidungen sah Kileci eher einen Hang zum Durchschnitt, Bluschke Synergie.
- Zeit: Krohn reservierte den Freitag für sein Projekt und nutzte Auftragsflauten dafür. Bluschke fing mit der Webcam an, die er schon hatte, und rüstete Schritt für Schritt auf.
**Aus dem Publikum**
Zum Wechsel zwischen Projekt und Hauptarbeit rät Kileci, Fokus- und Netzwerktage zu trennen. Bluschke bündelt Aufnahme, Schnitt und Upload auf feste Wochentage. Kileci warnt außerdem: Wer skaliert, landet leicht im Management.
**Für wen**
Für Freelancer, die über ein Nebenprojekt nachdenken und wissen wollen, wie es sich auf Aufträge und Alltag auswirkt.