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Vortrag

Vom Freelancer zur Agentur

  • Aufgezeichnet auf der FUN26
  • 39:25
  • Deutsch
FUN / Vortrag
FUN26 Thomas Marbella

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Als Freelancer fühlte sich Thomas Marbella wie ein besser bezahlter Angestellter: ein Kunde statt eines Chefs, derselbe Job. Also stellte er seinen ersten Mitarbeiter ein, einen Bekannten, und wuchs mit seiner Firma OneCode auf 15 Leute und rund 3 Millionen Euro Umsatz. Dann standen in der Ukraine-Krise sechs seiner 15 Leute ohne Projekt da. Er rechnet mit seinen eigenen Zahlen vor, was seitdem funktioniert. Heute arbeitet er nach eigener Aussage rund zwei Stunden pro Woche im Unternehmen.

Worum es geht

  • Seine drei Vorab-Fakten: Ein Mitarbeiter bringt im Schnitt etwa 4.000 € Gewinn im Monat. Erst der Mitarbeiter, dann das Projekt. 10.000 € Rücklagen reichen für den Start, für den Worst Case 20.000 €.
  • Die Rechnung: Ein Senior-Entwickler mit 70.000 € brutto kostet mit Sozialabgaben und Overhead knapp 90.000 €. Bei etwa 1.600 Stunden und 85 € Stundensatz kommen rund 136.000 € Umsatz zusammen. Mehr Faktura und höherer Stundensatz erhöhen die Marge linear. Sein Bonus: Die letzten 10 Prozent des Gehalts hängen an der abgerechneten Zeit.
  • Akquise als Basis: Sein LinkedIn-Outreach-Trichter (100 Anfragen, 40 angenommen, 10 Antworten, 5 positiv, ein Demo-Call, eine von vier Zusagen) ergibt etwa 400 bis 500 Nachrichten pro Abschluss. Kalte E-Mails empfiehlt er nicht. Erst Vertrieb, dann Marketing.
  • Beratung (Body Leasing) statt klassischer Agentur: unspektakulär, aber mit weniger Management-Overhead als Agenturprojekte mit Scope Creep.
  • Als Chef: Vertrauen und Eigenverantwortung statt Micromanagement, zwei Workations im Jahr.

Was er gern früher gewusst hätte

Resilienz, nie emotional entscheiden, Mentoren, Mischkalkulation, Klumpenrisiko, GmbH mit Holding erst ab etwa 100.000 bis 150.000 € Umsatz (seine Meinung, keine Steuerberatung), Zahlen von anderen prüfen, Vertrieb vor Marketing und alles auf der Metaebene beobachten.

Aus der Fragerunde

Wie hält man 400 Absagen aus (ein gutes Angebot ist wichtiger als dickes Fell) und wie findet man Mentoren (vier hat er gekauft, drei über sein Netzwerk).

Für wen

Für Freelancer, die über ihren ersten Mitarbeiter nachdenken.