Andreas Steinle ging mit dem Managementteam einer großen Bank auf „Trendexpedition“ in Berlin und landete in einer Zahnarztpraxis, die nicht wie eine aussieht: Liegen zum Entspannen, ein Eventmanager am Empfang, Therapiehunde für Angstpatienten, Kinder, die weinen, weil sie nicht gehen wollen. Für ihn zeigt das, was Neugier wirtschaftlich auslösen kann. Als Strategie- und Innovationsberater und Mitglied im Merck Curiosity Council erklärt er, wie du sie gezielt trainierst, gerade wenn KI deine Rolle infrage stellt.
Worum es geht
- Warum Neugier zählt: Er verweist auf Studien, nach denen neugierigere Menschen bessere Karrieren machen und Unternehmen mit mehr Neugierigen bessere Kennzahlen haben. In einer Merck-Studie, die er zitiert, nannten sich nur 20 Prozent der Befragten neugierig.
- Der Rahmen mit KI: Nach dem Future of Jobs Report des Weltwirtschaftsforums, den er anführt, fallen bis 2030 viele Jobs weg, andere entstehen. Neugier und lebenslanges Lernen rücken seiner Einschätzung nach im Ranking der gefragten Fähigkeiten nach oben.
Vier Dimensionen der Neugier
- Antrieb durch Wissenslücken: sich in ein Problem verbeißen, statt von Baustelle zu Baustelle zu springen.
- Entdeckerfreude: Fragen stellen. Kinder fragen laut seinen Zahlen bis zu 60 Mal pro Stunde, Büroangestellte nur etwa sechs Mal am Tag.
- Offenheit für die Ideen anderer: mit Menschen reden, mit denen du sonst nicht sprichst.
- Umgang mit Anspannung: Stress schaltet Neugier ab. Nach seinen Zahlen werden wir etwa alle vier Minuten unterbrochen, zur Hälfte durch uns selbst. Sein Rat: Handy in den Rucksack, Fokuszeiten, Meditation.
Drei Übungen
- Questionstorming statt Brainstorming: Sammle mit vier bis fünf Leuten mindestens 30 Fragen zu einem Problem, schweigend und ohne zu bewerten. Je naiver, desto besser.
- Stelle deinem Nachbarn eine Frage, die du sonst nicht stellen würdest.
- Probiere etwas aus, das du hasst.
Für wen
Für Freelancer, die ihre Neugier als Ressource einsetzen wollen.