Vor einem Jahr gab Fabian Werkmeister seine gut bezahlte Stelle im Konzern auf und gründete mit seiner Frau eine Beratung für Data Engineering. Dann kamen die Fragen: Welche Rechtsform, wie funktionieren Steuern, Sales, Marketing, und warum buchen mich Kunden überhaupt? Seine Frau konnte er damit nicht rund um die Uhr belasten, also begann er, mit einer KI zu sprechen. Daraus wurde sein „Live Coach“, Teil eines Second Brains. Im Talk zeigt er, wie das Setup aufgebaut ist.
Worum es geht
- Drei Bausteine: eine Engine (irgendein Sprachmodell, austauschbar), ein Gedächtnis (die Wissensbasis, wichtigster Teil, denn von ihrer Qualität hängt alles ab) und konkrete Anwendungen.
- Technik ohne Technik: Die Wissensbasis besteht aus Ordnern mit Markdown-Textdateien. Ein Ordner „raw“ dient als Inbox, dazu kommen ein Wiki nach Themen und Ordner für Projekte. Zwei Dateien liest das Modell zuerst, ein Regelwerk und ein Inhaltsverzeichnis, damit es gezielt sucht und nicht alles einlesen muss. Die Dateien schreibt meist die KI selbst.
- Beispiele: Call-Transkripte auswerten, CV und Angebot auf eine Ausschreibung zuschneiden, gesammelte LinkedIn-Posts mit der Content-Strategie abgleichen und neue Erkenntnisse zurückschreiben lassen.
- Skills: wiederkehrende Abläufe in normaler Sprache festhalten, etwa eine Entscheidungsrunde, in der mehrere „Stimmen“ eine Entscheidung kommentieren.
- Die persönliche Seite: Er füttert den Coach auch mit Tagebuch und Reflexionen und nutzt ihn, wenn er in Gefühlen festhängt. Was du hineingibst, sei deine Entscheidung. Kundenprojekte hält er heraus.
- Vor dem Start zählen zwei Fragen: Was willst du damit machen? Womit fütterst du es? Das Modell sei zweitrangig.
Aus der Fragerunde
Teuer? Ihm reicht nach eigener Aussage ein günstiges Abo, bei rund 900 Markdown-Dateien. Mobil? Er arbeitet vor allem am Laptop und synchronisiert über Obsidian oder Git.
Für wen
Für Freelancer, die von KI mehr wollen als einen Chatbot.