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Talk

KI, die dein Business versteht: Warum Kontext wichtiger ist als Prompts

  • Recorded at FUN26
  • 22:28
  • German
FUN / Talk
FUN26 Jan Schlie

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Ein Hamburger Webfreelancer bekommt die Anfrage: „einfaches CRM“ für einen mittelständischen Maschinenbauer, bisher Excel und HubSpot Light, in sechs bis acht Wochen, und der Schwager ist ja auch Softwareentwickler. Jan Schlie, VP für KI bei Jimdo und selbst vier Jahre Solopreneur, lässt dieselbe Anfrage dreimal von einer KI beantworten. Einmal ohne Kontext, einmal mit einem kurzen Profil, einmal mit dem vollen Paket. Die Antworten unterscheiden sich stärker als jeder Prompt-Trick es könnte.

Worum es geht

  • Ohne Kontext antwortet die KI höflich und generisch, mit Standardfragen. Du schreibst alles neu, die KI hat dir Arbeit gemacht statt abgenommen.
  • Mit einem kurzen Profil liegt die Einordnung schon besser: Sie schlägt ein Klärungsgespräch vor, erkennt aber die Warnsignale noch nicht.
  • Mit vollem Kontext (Positionierung, Preise, No-Gos, Entscheidungsregeln) erkennt sie mehrere Red Flags, empfiehlt, nicht direkt ein Angebot zu schreiben, sondern in einen Discovery Call zu gehen, und trifft deinen Ton.

Was in deine Kontext-Datei gehört

  1. Wer du bist und was du verkaufst, und genauso, was du nicht verkaufst.
  2. Wie du entscheidest: deine Werte, deine Preisstruktur, was du nicht annimmst (zum Beispiel Projekte, für die es am Markt schon eine Lösung für 50 € im Monat gibt).
  3. Deine Red Flags, etwa wenn ein Kunde sofort über Preise verhandelt.
  4. Deine Templates und Standardantworten.

Ablegen kannst du das als Projekt oder Wissen im KI-Tool deiner Wahl. Der Einstieg dauert etwa drei Stunden, und das Setup ist nie fertig: Er lässt täglich zurückblicken, was gut lief, und ergänzt den Kontext.

Aus der Fragerunde

Schickt die KI die Mails selbst? Nein, er prüft jeden Entwurf. Einmal ging eine falsche Rechnung raus, weil er nicht geschaut hat. Wie bleibt der Kontext aktuell? Eine zentrale Ablage (zum Beispiel in einem Cloud-Ordner, den das KI-Tool liest) und regelmäßige Updates. Und manchmal liegt es nicht am Kontext, sondern an der schwankenden Qualität des Tools.

Für wen

Für Freelancer, die KI schon täglich nutzen und merken, dass die Antworten nicht nach ihnen klingen.